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Wenn es dir plötzlich den Boden unter den Füßen wegzieht…

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Mamanehmer Beitrag Titelbild

Ich habe sehr, sehr lange nichts von mir hören lassen. Weder hier auf der Mamanehmer-Seite, noch auf Instagram oder in der Montags-Motivation.

Woran das lag?

Das Leben ist dazwischen gekommen und es hat mich ziemlich unverhofft an einen Punkt gebracht, an dem es mir schlichtweg die Füße unter dem Boden weggezogen hat.

Und genau davon möchte ich dir heute berichten. Nicht nur, was der Auslöser war, sondern auch, wie ich meinen Weg ganz langsam wieder aus der Situation zurückfinde. Was mir hilft und was auch dir helfen wird, solltest du dich einmal in einer ähnlichen Lage befinden.

Aber fangen wir von vorne an.

WAS IST PASSIERT?

Das gesamte letzte Jahr war gefühlt eine riesengroße Herausforderung für uns alle. Das Leben, wie es für uns „normal“ war, gab es ab März plötzlich nicht mehr und wir mussten wirklich ALLE Lebensbereiche komplett überdenken und neu gestalten, um uns selbst eine „neue“ Realität zu erschaffen.

Im Frühjahr fiel mir das alles noch recht leicht. Ich hatte viel Kraft und Motivation und habe einfach durchgezogen. Kundenarbeit, Arbeit für Mamanehmer und unseren Wanderblog, gleichzeitig Kinderbetreuung und immer wieder das Auseinandersetzen mit den, sich ständig ändernden Begebenheiten.

Auch bei all dem Stress habe ich durchgezogen und weiter gemacht. Ich habe im Sommer sogar ein Buch für selbstständige Schwangere veröffentlicht. Wenn ich heute daran denke, frage ich mich ernsthaft, woher ich all diese Kraft und Energie genommen habe.

Ich habe einfach weitergemacht. Durchgezogen. Ich war motiviert und wollte das alles schaffen.

Dabei habe ich nicht gemerkt, wie sich gaaaanz langsam etwas angeschlichen hat. Hinterlistig von hinten kam es und in einem unaufmerksamen Moment im Oktober hat es mich dann gepackt und mich zu Boden gerissen.

Ich weiß, was du jetzt denkst: Burn Out. Überarbeitet. Zu viel zugemutet.

Aber nein, das war es nicht.

Was mich da zu Boden gerissen hat war tatsächlich die Realität. Das „neue normale Leben“, dass 2020 mir aufgedrückt hatte. Die ständigen Nachrichten. Das permanente konsumieren von Fallzahlen. Die Maßnahmen, die sich gefühlt täglich änderten und meinen Alltag immer mehr einschränkten. Das ständige Gerede über dieses eine Thema. Dieses eine Thema, das keiner mehr ignoriert und das in wirklich JEDEM Gespräch in irgendeiner Form zur Sprache kommt.

Ich fühlte mich all dem hilflos ausgesetzt. Nichts war mehr planbar und alles einfach nur noch ungewiss. Wer weiß, wie lange der Kindergarten noch geöffnet sein würde. Und was, wenn er wieder schließt? Haben wir dann einen Anspruch auf die Notbetreuung? Würden wir es nochmal über Wochen und Monate hinweg schaffen, das Kind alleine zu Hause zu betreuen während wir weiter unsere Arbeit leisten? Dazu die Angst, wie es unserem Kind damit gehen würde. Wie würde es das nochmal verkraften?

Jeden Tag rechnete ich damit, dass sich alles ändern würde.

Und dann kam Tag X, an dem sich tatsächlich alles änderte. Aber in einer Weise, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte…

Mein Mann sollte plötzlich im Schichtdienst arbeiten, damit nicht immer alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit im Büro waren. Das bedeutete, dass er die eine Woche morgens um 4 aufstand, um um 5 bei der Arbeit zu sein und in der nächsten Woche erst Mittags hinfuhr und erst um 22.30 Uhr wieder zurück war.

Ja, das klingt jetzt erstmal gar nicht so dramatisch und eigentlich ist es das auch gar nicht, aber für mich war das einfach der Tropfen, der das ohnehin schon kräftig brodelnde Fass zum überlaufen gebracht hat. Unser gesamter Alltag wurde von heute auf morgen komplett durcheinander gewirbelt. Nichts lief mehr in unserem gewohnten Rhythmus und wir alle mussten uns vollständig neu ausrichten. Das Schlimmste von alldem war jedoch, dass wir unsere geliebten Routinen komplett verändern und anpassen mussten. Das, was uns über all die Monate Halt gegeben hat war am Ende das, was uns genommen wurde und das war eben auch das, was mir die Füße vom Boden gerissen hat.

Die Welt um uns herum war und ist so chaotisch und unsicher und auch unsere kleine Welt, hier bei uns zu Hause, wird immer wieder von neuen Änderungen durchgerüttelt, für die wir konstant neue Lösungen finden müssen.

Ich bin einfach müde davon, mich immer wieder anpassen zu müssen, keine Konstanten mehr in meinem Alltag zu haben, nicht zu wissen, was der nächste Tag bringt.

Dazu kommt die Panik, die uns jedes Mal ins Gesicht geschrieben stand, sobald der kleine Mann hustete oder niesen musste. Auch an ihm ging das Ganze nicht spurlos vorüber!

In den darauf folgenden Nächten schlief er sehr schlecht in den Spätschicht-Wochen fragte er „wo ist Papa?“ und sagte dann nach meiner Antwort ganz enttäuscht „ich vermisse Papa“. So etwas bricht mir als Mama einfach das Herz, denn natürlich muss auch er all diese Änderungen immer wieder hinnehmen und während es uns Erwachsenen schon schwer fällt, ist es für Kinder richtig heftig, denn sie brauchen eine Routine in ihrem Alltag.

DER SHUTDOWN

Was tun bei Erschöpfung als Selbstständige Mutter? Ich gebe dir alle meine Tipps gegen Erschöpfung, wenn wirklich gar nichts mehr geht. In meiner Podcast-Episode teile ich 15 Tipps mit dir, die dir helfen, wenn dir alles zu viel wird. Auf meinem Blog kannst du sie anhören oder auch nachlesen. #Mamanehmer #Erschöpfung #TippsGegenErschöpfung #ErschöpfungAlsMutter #SelbstständigeMutter #MamaBusiness #MompreneurWas dann folgte war ein ganz privater Lockdown auf meiner Seite.

Ich zog die Notbremse.

Vollbremsung bei voller Fahrt.

Die einzige Lösung, die ich sah.

Pause. Von allem!

Pause von aller Arbeit, die nicht zwingend notwendig war.
Pause von Nachrichten und Fallzahlen.
Pause „ich muss“ und „ich sollte“.

Bis letzte Woche lag mein Fokus einzig und allein darauf, meinem Kind einen möglichst „normalen“ Alltag zu schenken und selber wieder Kraft und Energie aufzubauen, die ich zwangsläufig auch in diesem Jahr zur Genüge brauchen würde.

Ich habe mir selbst viel Gutes getan in dieser Zeit. Ich habe einfach in den Tag hinein gelebt. Morgens die Kundenarbeit erledigt, während der kleine Mann im Kindergarten war und dann viel, viel Zeit mit dem verbracht, auf das ich einfach gerade Lust hatte. Lesen, puzzeln, spielen, stricken und dann im Dezember volle Konzentration auf Weihnachten. Ich wollte Weihnachten endlich mal wieder in vollen Zügen genießen, denn das ist die eine Sache, die, zumindest für uns, mit nur wenigen Ausnahmen komplett so war, wie in den Jahren davor.

Weihnachtsdekoration, Weihnachtsfilme schauen, Plätzchen backen, Weihnachtslieder hören, Glühwein trinken, dem Kind dabei zusehen, wie es sich täglich mehr auf Weihnachten freut…

Weihnachten wurde zu meiner kleinen Wohlfühloase. Eine Oase, die mich immer mehr zum Leuchten und zum Strahlen brachte und mir wieder neue Kraft schenkte.

Irgendwann begann ich, mir Gedanken darüber zu machen, wie es weitergehen soll. Wie ich wieder in meinen eigentlichen Alltag zurückfinden würde.

Mir war klar, dass ich es langsam angehen sollte. Nicht wieder gleich von Anfang an Vollgas geben und wieder in alte Muster zurückfallen, sondern alles langsam und bedacht machen.

Und so habe ich mich nach und nach wieder an die Dinge gewagt, die mir beruflich Spaß machen und an denen ich weiter arbeiten will, weil ich weiß, dass sie mir wichtig sind und mir dabei helfen, mich selbst zu verwirklichen.

So habe ich mich ganz langsam wieder in einen neuen Alltag hineingearbeitet. Ein Alltag, der immer noch hin und wieder aufgerüttelt wird durch unvorhergesehene Dinge, aber einer, in dem ich deutlich gefestigter bin. Ich habe mir einen Schutzwall aufgebaut. Einen Schutzwall, der zwar hier und da noch ein wenig bröckelt, der aber immer stärker wird und mir hilft, das alles auszuhalten.

WAS KANNST DU TUN, WENN DU DAS GEFÜHL HAST, DIR WIRD DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN WEGGEZOGEN?

Vielleicht hast du auch gerade das Gefühl, überfordert zu sein oder die Kontrolle zu verlieren. Vielleicht geht es dir aber auch einfach nur nicht gut und selbst wenn doch, hast du Angst davor, dass sich diese Situation auch bei dir von heute auf morgen ändert.

LASS DEINE GEFÜHLE ZU UND RAUS

Zuerst mal eine ganz wichtige Sache vorweg: Es ist KEIN Zeichen von Schwäche, wenn du dich gerade hilflos oder überfordert fühlst. Wir befinden uns in einem absoluten Ausnahmezustand und selbst wenn nicht, ist es vollkommen normal, dass wir uns ab und an einfach so fühlen. Das Leben hält so viele Überraschungen für uns bereit und wir sind eben auch nur Menschen.

Im ersten Schritt hilft es vor allem, wenn du deinen Gefühlen Raum gibst. Sie dürfen existieren. Lass sie raus und zeig ihnen damit, dass du sie wahrnimmst. Es macht keinen Sinn, diese Gefühle tief in dir zu vergraben, denn sie werden bei der nächsten Gelegenheit gleich wieder um die Ecke linsen.

REDE ÜBER DEINE ÄNGSTE UND SORGEN

Außerdem ist es wichtig, dass du über deine Ängste und Sorgen sprichst. In unserem Kopf wirken unsere Sorgen meist so unfassbar groß und unüberwindbar, dass wir uns noch mehr von ihnen eingeschüchtert fühlen, als wir es ohnehin schon sind.

Such dir deshalb eine Vertrauensperson und sprich mit dieser Person über das, was dich beschäftigt und belastet. Eine Person von außen kann noch einmal mit einem frischen Blick auf deine Situation schauen.

Viele Menschen denken, dass ihre Probleme belanglos sind oder unbedeutend und schämen sich dafür, dass sie sich so fühlen, wie sie sich fühlen. Sei keine von diesen Personen. Egal, wie klein und unbedeutend sich dein Problem auch anfühlt, es hat seine Daseinsberechtigung. Niemand wird über dich lachen. Vor allem nicht Menschen aus deinem engsten Kreis.

Vielleicht wirst du auch überrascht sein und feststellen, dass sich die andere Person sogar gerade ganz genauso fühlt und dich besser versteht, als du denkst.

CHILL MAL

Du musst nicht IMMER perfekt funktionieren (unsere Welt macht uns das gerade ganz wunderbar vor, denn bei ihr funktioniert alles gerade alles andere als perfekt)! Auch du hast ein Recht darauf, die Welt mal Welt sein zu lassen und einfach mal die Arbeit liegen zu lassen. Ich sage nicht, dass du einfach alles stehen und liegen lassen solltest, aber mach nur so viel, wie zwingend notwendig ist und den Rest der Zeit?

Da ruhst du dich einfach mal aus! Da machst du das, was dir gut tut.

Ich weiß, ich habe auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich die WERTVOLLE Zeit damit „verschwende“ auf dem Sofa zu sitzen, schwarzen Tee zu trinken und dabei einen Krimi nach dem anderen zu verschlingen.

Nimm dir dabei wirklich so viel Zeit, wie du brauchst.

Ja, ich hatte auch Angst, dass mich diese Auszeit in meinen Projekten zurückwirft und ganz sicher wird sie das auch in irgendeiner Weise tun, aber es ist besser, etwas zurückgeworfen zu werden, als irgendwann vollständig aus den Latschen zu kippen.

SCHMEISS DEINE PLÄNE ÜBER BORD UND PLANE NEU

Wir alle haben Pläne und Ziele im Kopf, die wir verfolgen und an denen wir uns entlang hangeln, um unsere Projekte zu verwirklichen. Unter „normalen Umständen“ ist das auch absolut gut und richtig so. In der aktuellen Zeit ist das aber eher kontraproduktiv, denn diese Pläne erzeugen noch mehr Druck in unserem Kopf.

Das heißt jetzt nicht, dass du völlig planlos weitermachen sollst, aber erlaube es dir, hin und wieder deine Pläne auch einfach mal über Bord zu werfen und neu zu planen. Ich arbeite auch gerade an einem großen neuen Projekt, einem Audiokurs, um genau zu sein. Was ich dafür aber benötige? Eine bestimmte Stimmung und sehr viel Kreativität.

Beides ist nicht immer spontan abrufbar, wenn ich die Zeit habe, an meinem Kurs weiterzuarbeiten. Anstatt mich also unter Druck zu setzen und auf Teufel komm raus meine eigene, selbst gesetzte Deadline einhalten zu wollen, setze ich mir nur zum Ziel, einfach nur immer dann daran zu arbeiten, wenn ich wirklich in der Stimmung dazu bin.

Nimm den Druck raus: Sortiere dich neu und sei dir selbst gegenüber verständnisvoll. Das hast du dir mehr als verdient! Betrachte dich und deine Probleme so, als würde deine beste Freundin dir davon erzählen. Was würdest du ihr raten? Genau das darfst du auch dir selbst als Ratschlag erteilen.

BETRACHTE AUCH DAS POSITIVE

Oft fokussieren wir uns so sehr auf das Negative, dass wir gar nicht sehen, dass die meisten Situationen auch etwas Positives haben. Nach dem ersten Schock über die neue Schichtarbeit meines Mannes haben wir auch festgestellt, dass wir dadurch vormittags Zeit füreinander hatten. Sonst beschränkte sich unsere gemeinsame Paarzeit einfach nur auf die Abende, wenn der Sohnemann im Bett war. Plötzlich hatten wir auch zu anderen Zeiten Zeit füreinander.

Es gibt in wirklich JEDER Situation etwas Positives. Wir müssen nur danach suchen und sie uns bewusst machen.

Und hier noch ein paar Tipps, die dir allgemein über diese sehr graue und anstrengende Zeit hinwegzuhelfen:

  1. Geh viel und oft an die frische Luft
  2. Versüße dir deinen Alltag mit kleinen Belohnungen – mach dir dafür eine Liste mit allem, was dir gut tut – Mach dir einen „Wohlfühlplan“, von dem du regelmäßig etwas umsetzt.
  3. Hör auf, über immer gleiche Sorgen nachzudenken und fang stattdessen an, dir Lösungen zu überlegen. Raus aus der Grübelei und rein ins proaktive Handeln. Versuche, deine Gedanken zu beobachten und rechtzeitig Stopp zu sagen, wenn du wieder in die Grübelschleife gerätst. Das ist am Anfang schwierig, ich weiß, aber es wird mit der Zeit leichter.
  4. Und schlussendlich: Hör auf Nachrichten zu konsumieren. Ich schaue mir tatsächlich nur noch an, was die aktuellen Regelungen sind. Was ich darf und was ich nicht darf. Und auch das konsumiere ich nicht über die Schlagzeilen-lastigen Nachrichtenseiten, sondern über die Webseite meines Bundeslandes, auf der die Regelungen ganz trocken und unspektakulär aufgelistet sind. Ich habe keine Angst, etwas zu verpassen, denn ich weiß, dass ich es über andere mitbekommen würde, sollte etwas Gravierendes passieren. Denn ja, auch ich habe mitbekommen, dass ein neuer US-Präsident gewählt wurde, dass England mit einem Deal aus der EU ausgestiegen ist und dass die Kindergärten auch im Januar geschlossen bleiben.

Der Verzicht auf Nachrichtenseiten ist wohl das, was mir am allermeisten geholfen hat. Dadurch konnte ich wieder durchatmen und ich habe dadurch Raum für anderes geschaffen, was mein Leben bereichert, anstatt mich einzuschränken.

WIE GEHT ES 2021 WEITER?

2021 startet im Grunde genauso, wie 2020 uns verlassen hat. Durch den Jahreswechsel hat sich an unserem Leben nicht wirklich etwas geändert.

Für mich persönlich hat sich eine ganze Menge geändert, denn ich möchte 2021 weiterhin das beherzigen, was ich am Ende von 2020 schmerzlich gelernt habe.

Ich möchte wieder mehr auf mich selbst achten. Auf meine Gefühle und mein Wohlbefinden.

Denn ich habe verstanden, dass es wichtig ist, dass es mir gut geht. Ich darf nicht einfach nur funktionieren.

Wenn es mir gut geht kann ich eine gute Mutter für meinen Sohn sein.
Ich kann eine gute Ehefrau für meinen Mann sein.
Ich kann eine gute Freundin für all meine Freunde sein.
Ich kann eine gute Unternehmerin für all meine beruflichen Träume sein.

Mein einziger Vorsatz also für das neue Jahr lautet: Die Hauptpriorität in meinem Leben bin ich selbst. Alles andere profitiert automatisch davon.

In diesem Sinne wünsche ich dir nun nochmal einen wunderbaren Start ins neue Jahr. Ich wünsche dir, dass auch du dich auf dein eigenes Wohlbefinden besinnst und ein Leben führst, dass dich und deine Familie glücklich macht.

Verzweiflung im Mama-Business - Meine 7 Geheimwaffen fuer verzweifelte selbststaendige Muetter

 

Wenn es dir plötzlich den Boden unter den Füßen wegzieht...

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