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Wie ein Milchstau mein Mama-Business grundlegend verändert hat…

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Milchstau verändert Mama-Business

Heute wird es persönlich. So richtig persönlich. Denn ich möchte dir eine Geschichte erzählen, auf die ich wirklich nicht stolz bin. Eine Situation, die mich an meine mentalen und körperlichen Grenzen gebracht hat, mich an allem zweifeln lassen hat und am Ende alles verändert hat.

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Das Wochenbett und ich…

Als ich 2016 im Sommer Mama wurde war mir direkt klar, dass ich auch weiterhin arbeiten möchte, denn meine Arbeit erfüllte mich einfach und sie gehörte genauso zu meinem Leben, wie eben auch dieser kleine Mensch, der im Juli zur Welt kam.

Und nachdem ich die Selbstständigkeit und die Schwangerschaft richtig gut gemeistert hatte, war ich guter Dinge, dass mir das auch nach der Geburt so gelingen würde.

Natürlich habe ich vom Wochenbett gehört. Ich hatte dazu sogar ein ganzes Buch gelesen* und nach der Geburt habe ich es mir auch erstmal auf dem Sofa bequem gemacht. 

Doch mit der Zeit merkte ich, dass ich unruhig wurde, denn wenn es eine Sache auf der Welt gibt, die ich wirklich nicht gut kann, dann ist es einfach rumzuliegen. Ich mag es nicht, mich bedienen zu lassen und ich fühlte mich auch nicht krank (war ich ja auch nicht).

Meine Unruhe wuchs ins Unermessliche und es kribbelte mir in den Fingern, weil ich endlich wieder mit meiner Arbeit beginnen wollte. Der Alltag mit dem kleinen Mann hatte sich bereits eingespielt und ich fühlte mich gut erholt und ausgeruht, denn selbst die Nächte waren für uns von Anfang an recht erholsam (ja, ich weiß, wir sind absolute Glückspilze, was das angeht und ich bin noch heute sehr, sehr dankbar für unser Langschläferkind!).

Und so fing ich an, die Schlafenszeiten des Sohnemanns tagsüber zum Arbeiten zu verwenden. Die Freude war groß, aber sie hielt nicht lang an…

Warum mir die Freude schnell wieder verging

Denn plötzlich tat mir meine linke Brust weh, ich spürte eine Verhärtung und ich fühlte mich tatsächlich etwas krank. Meine Hebamme diagnostizierte schnell: Ich hatte einen Milchstau.

Also zurück aufs Sofa und wieder ausruhen. Zusätzlich machte ich Quark-Wickel und testete zusätzlich ALLES andere, was mir bei Milchstau empfohlen wurde (und das war echt eine ganze Menge…).

Doch nichts half. Der Milchstau wurde und wurde nicht besser. Zusätzlich tat mir mein Rücken unfassbar doll weh.

Immer wieder fragte ich meine Hebamme um Rat und erhielt immer neue und abstrusere Tipps, die ich alle brav umsetzte. Aber wirklich nichts half.

Ein Besuch beim Frauenarzt endete damit, dass er mir Abstilltabletten verschrieb, die ich in Minimaldosis nehmen sollte, damit ich die Milchmenge in der Brust reduziere. Diese nahm ich und saß kurz darauf mitten in der Nacht stillend mit meinem Sohn im Stillsessel und musste mich währenddessen übergeben.

Die Hebamme war gar nicht begeistert, als ich ihr davon erzählte und ich musste ihr versprechen, die Tabletten nicht noch einmal zu nehmen, sondern wieder auf die alten Methoden zurückzugreifen.

Das tat ich und arbeitete währenddessen immer mal wieder, weil ich einfach nicht mehr rumliegen wollte. 

So ging es über Wochen weiter…

… bis die Schmerzen unerträglich wurden

Ich kam an einen Punkt, an dem ich mein Kind nicht mehr selbst versorgen konnte, weil ich körperlich so fertig war, dass ich nicht mal mehr die Kraft hatte, mein Kind zu wickeln. Mir tat der Rücken weh vom vielen Rumliegen und Rumsitzen und meine Brust hatte sich mittlerweile auf die doppelte Größe vergrößert und war feuerrot. Zudem konnte ich meinen linken Arm nur noch ein paar Zentimeter weit anheben.

Doch noch immer gab mir meine Hebamme die altbewährten Tipps und Hilfestellungen und empfahl kurz darauf, dass ich abpumpen sollte. Gesagt, getan. Eine Milchpumpe wurde angeschafft und so pumpte ich (unter höllischen Schmerzen) ab.

Aber auch das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Der Milchstau löste sich einfach nicht.

Der Moment des bösen Erwachens

Nach über 1,5 Monaten, in denen das nun schon so ging, bildete sich auf meiner Brust schließlich eine Blase, die mich nun wirklich beunruhigte. Das konnte nicht normal sein.

Also wieder zur Hebamme und die überwies mich direkt an meinen Hausarzt. Der war völlig schockiert, dass sie mich nicht direkt ins Krankenhaus geschickt hatte, was er dann direkt tat. Dort wurde ich wieder untersucht und man stellte fest: Ich hatte nicht mehr nur einen Milchstau.

Aus dem Milchstau war schon seit längerem eine Brustentzündung geworden und diese hatte sich zu einem Abszess entwickelt, der sofort operativ entfernt werden musste.

Es folgte eine OP, bei der mir 300 (!!!) Milliliter Eiter aus der Brust entfernt wurden. 

300 Milliliter.

Das ist fast so viel, wie normalerweise in einer Cola-Dose ist.

Das alles wurde mir nach der OP mitgeteilt, die zum Glück gut verlaufen war. Ich musste eine Woche im Krankenhaus verbringen und danach hatte ich noch über Wochen eine Drainage in meiner Brust und musste mehrmals pro Woche ambulant ins Krankenhaus.

Und das mit dem Stillen konnte ich danach auch komplett vergessen, denn bei der OP konnte leider nicht verhindert werden, dass Milchstränge durchtrennt werden.

Der ganze „Spaß“ begleitete mich in etwa 3 Monate und hat mich nachhaltig geprägt.

Was ich im Nachhinein aus der Sache gelernt habe

Nachdem einige Wochen vergangen waren und ich endlich wieder ganz gesund war, habe ich nochmal über all das, was mir passiert war, nachgedacht und mich gefragt, wie es dazu kommen konnte.

Es gab ein paar sehr unglückliche Ereignisse, die es so weit haben kommen lassen:

  1. Ich habe mir während der gesamten Schwangerschaft von der breiten Masse einreden lassen, wie verdammt wichtig es ist, zu stillen und wie furchtbar schlecht es ist, das Fläschchen zu geben, dass ich regelrecht vernarrt war in die Idee, unbedingt mindestens ein Jahr zu stillen. Davon ließ ich mich von nichts und niemandem abbringen, auch wenn mir viele im Bekanntenkreis dazu rieten, doch besser abzustillen, als es mit dem Milchstau nicht besser wurde. 
  2. Meine Hebamme hat sicherlich nicht richtig gehandelt, weil sie mich schon viel eher zu einem Arzt hätte schicken müssen. Das war sicherlich nicht ganz unerheblich und wir hatten auch seit der OP keinen Kontakt mehr miteinander. Sie hat mich bis heute nicht ein einziges Mal gefragt, wie es mir geht. 

ABER natürlich trage auch ich selbst Schuld an der Sache, denn hätte ich nicht diesen Drang gehabt, direkt wieder mit dem Arbeiten anzufangen, hätte sich der anfängliche Milchstau vielleicht gar nicht gebildet. Oder er hätte sich schneller zurückgebildet, wenn ich mich besser ausgeruht hätte. 

Ich hätte viel mehr auf die Signale meines Körpers hören, mir mehrere Meinungen einholen und auch einfach mehr auf mein Bauchgefühl vertrauen sollen.

Ich will damit nicht sagen, dass es von Grund auf falsch ist, als frisch gebackene Mama auch an das eigene Business zu denken. Du solltest nur deine eigene Gesundheit dabei nicht aus den Augen verlieren und Warnsignale deines Körpers nicht ignorieren.

Was mir seitdem wichtig ist

Seit dieser Sache habe ich mich deutlich verändert und höre viel, viel mehr auf das, was mein Körper mir sagt. Wenn ich merke, dass ich eine Pause brauche, dann nehme ich mir eine Pause. Wenn ich merke, dass mir etwas zu viel wird, dann reduziere ich.

Denn kein Job und kein Business der Welt sind es Wert, dass ich mich dafür kaputt mache.

Mein eigenes Business ist mein Traum. Es erfüllt mich zu 100% und ich möchte es nicht aufgeben. Das war mir von Anfang an klar. Gleichzeitig möchte ich eine gute Mama sein und liebe meinen Sohnemann über alles.

Doch dafür musste eins funktionieren: Ich selbst musste körperlich und mental in einer Verfassung sein, in der ich das stemmen kann.

Und so stand ich schließlich vor der Wahl: Aufgeben oder etwas ändern. 

Ich entschied mich dafür, etwas zu ändern und habe es mir seitdem auf die Fahne geschrieben, meinen eigenen Mama-Business-Alltag so zu gestalten, dass er sowohl gut für mein Business und meine Familie ist, aber eben auch für mich.

Damit nicht genug: Mit Mamanehmer habe ich eine Plattform geschaffen, mit der ich auch anderen selbstständigen Müttern, wie dir, dabei helfen möchte, ihren Mama-Business-Alltag in gesunder Weise zu führen.

Was du aus meiner Geschichte lernen kannst

Warum ich dir das alles erzähle? Weil auch du davon lernen kannst. Egal, ob du nun eine schwangere Selbstständige, eine frisch gebackene Mama oder bereits eine langjährige selbstständige Mama bist.

Mein Rat an dich:

  • Höre IMMER auf deinen Körper!
  • Vertraue auf dein Bauchgefühl!
  • Hol dir Hilfe!
  • Gehe deinen eigenen Weg, wenn du weißt, dass er für dich der Richtige ist.
  • Lass dir von niemandem etwas einreden!
  • Hol dir im Zweifel IMMER eine zweite Meinung ein!
  • Lass dich nicht stressen!

Denn für dein Kind und dein Business-Baby da zu sein klappt nur, wenn du dich auch ausreichend um dich selbst kümmerst.

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