Suche
Suche Menü

Was wäre wenn… Du plötzlich nur noch Vollzeit-Mama wärst?

Dieser Artikel enthält Werbe-Links* und/oder werbende Inhalte.

Was waere wenn du nur Vollzeit-Mama waerst - Ohne Mama-Business - Mamanehmer

Letztens ist bei mir mal wieder so ein Kommentar unter einem meiner Posts auf Instagram hinterlassen worden, der in etwa so klang:

„Schön, dass du dein Kind in die Kita abschiebst, deinen Mann zur Arbeit schickst, um dann selbst deinem Möchtegern-Hobby als „Unternehmerin“ nachzugehen.“

Zack. Das hat gesessen.

Zumindest hätte es das früher getan, als ich angefangen habe.

Bevor mir ein richtig dickes Fell gewachsen ist.

Ja, es gibt Menschen, die dich für das verachten, was du tust. Menschen, die gedanklich noch in einer anderen Zeit leben und andere gesellschaftliche Rollenbilder bevorzugen.

Und das ist auch ok so. Jeder kann und sollte sein Leben so leben, wie es ihm oder ihr gefällt.

Was ich aber nicht leiden kann, ist, wenn mir jemand ungefragt seine Lebenseinstellung aufdrücken will. Ich mache das ja auch nicht.

Heute möchte ich dich mitnehmen auf eine Reise. Auf eine Reise in eine Was-wäre-wenn-Vorstellung.

Warum das Ganze? Weil ich denke, dass es dir hilft. Es wird dir helfen, zu verstehen, warum das, was du tust genau richtig ist. Egal, was Andere davon denken.

Ich weiß, dass du das EIGENTLICH weißt.

Aber ich möchte auch, dass dich so ein Kommentar, wie der, der auf meinem Instagram-Account hinterlassen wurde, zukünftig auch einfach von dir abprallt, ohne, dass er dir Sorgenfalten auf dein hübsches Gesicht zaubert und ohne, dass du dich danach hundert Mal fragst, ob darin nicht doch ein Fünkchen Wahrheit steckt.

Klar, kann ich dir jetzt einfach sagen, dass das nicht so ist. Aber das würde niemals so gut bei dir ankommen, als wenn du es quasi selbst erlebst.

DESHALB ALSO ZURÜCK ZU UNSERER WAS-WÄRE-WENN-REISE

Versetz dich heute einmal kurz in ein Leben, das gesellschaftliche Vorurteile und Rollenbilder gerne von dir sehen würden.

Was ich damit konkret meine? Stell dir ein Leben als Vollzeit-Mama vor.

Ohne dein Business.

Denn das ist es ja, was dir veraltete gesellschaftliche Vorurteile aufdiktieren möchten. Natürlich in dem Glauben, dass nur eine Mama, die zu hundert Prozent für ihr Kind da ist, auch eine gute Mama ist. (Ich frage mich dabei auch immer, wer dann den Haushalt schmeißt, denn 100% Mama sein erlaubt ja auch keine Zeit dafür, oder habe ich da etwas falsch verstanden?)

Ok, ok, ich weiß, dass das jetzt schwierig für dich ist mit der Vorstellung, weil die Vorstellung einfach so von deiner aktuellen Realität abweicht. Lass mich deiner Vorstellungskraft also etwas auf die Sprünge helfen:

DEIN IMAGINÄRER ALLTAG ALS VOLLZEIT-MAMA

Der Vormittag

Stell dir vor, du wachst morgens früh vom schreienden Baby anstelle des Weckers auf. (Gut, ich gebe zu, diese Vorstellung war jetzt noch nicht so schwer, aber lass uns das Ganze weiterdenken)

Du stehst auf, beruhigst dein Kind, ziehst es an, machst dich selbst fertig für den Tag und bereitest für euch beiden ein leckeres Frühstück mit duftendem Tee (ja, meinetwegen auch Kaffee, wenn du ein Kaffe-Junkie bist), frischem Obst und Gemüse und frisch gebackenem Brot zu. Dein Mann ist übrigens schon zur Arbeit abgehauen, denn einer muss sich ja schließlich darum kümmern, dass es in der Haushaltskasse klingelt…

Gemütlich frühstückst du nun zusammen mit deinem Kind. Danach spielt ihr gemeinsam, du liest fleißig Geschichten vor, ihr macht gemeinsam ein Puzzle (welches dir, ehrlich gesagt schon zum Hals raushängt, weil es sooo einfach ist und ihr es schon hundert Mal gemacht habt, aber pssst… das darfst du ja als liebende Mutter nicht sagen…), und dann geht ihr eine Runde nach draußen auf einen Spielplatz.

Du hast Glück und ein paar andere Mamis aus der Nachbarschaft sind auch da. Natürlich vertreten auch sie, genau wie du, die Meinung, dass Kinder unter drei Jahren nicht in einen Kindergarten gehören und Frauen so lange zu Hause bleiben sollten, um die Kinder brav zu hüten, während ihre Männer das Geld nach Hause bringen.

Ihr unterhaltet euch über den neusten Klatsch und Tratsch, da ihr aber die meiste Zeit mit euren Kindern zu Hause seid, kommt das Gespräch schnell auf die Kinder zurück:

„Hach, mein Tommy hat ja gestern wieder so einen Mist gemacht, als ich nur mal eben kurz auf der Toilette war. Ich habe es schon geahnt, weil es plötzlich so still war…“

„Ja, meine Julia hat gestern mit ihren Buntstiften die Wände verschönert…“

„Das ist ja gar nichts, verglichen mit dem, was mein Hänschen gestern gebracht hat…“

So, oder so ähnlich geht es dann weiter, bis ihr wieder aufbrecht und nach Hause geht.

Der Mittag

Es ist Mittagszeit. Zeit für Nudeln mit Tomatensauce. Was anderes isst dein Kind momentan nicht.

Nach einer unspektakulären Mahlzeit, bei der, wie immer, mehr Nudeln und noch mehr Tomatensauce trotz Lätzchen auf den Klamotten deines Kindes und der näheren und weiteren Umgebung gelandet sind, ist es Zeit für den Mittagsschlaf. Umziehen, ins Bett legen, Einschlafbegleitung.

Während dein Kind schläft, befreist du den Esstisch von allen Spuren des Mittagessens, stellst eine Maschine Wäsche an und dann…

Tja, was machst du dann? Für die kommenden 2 Stunden schläft dein Kind voraussichtlich. Und nun?

Du bist ans Haus gefesselt, weil du ja nicht einfach gehen kannst, also kommen Aktivitäten außerhalb des Babyphone Radiuses schon mal nicht in Frage.

  • Ein Buch lesen? – Nee, das hast du in letzter Zeit viel zu oft gemacht. Deine Motivation, ein Buch in die Hand zu nehmen, tendiert eher gegen Null, auch wenn du eigentlich ein Bücherwurm bist.
  • Eine Serie auf Netflix schauen? – Eigentlich hast du eher das Gefühl, dass du Netflix schon komplett leergeschaut hast. (Das gleiche gilt übrigens für Amazon Prime…)
  • Etwas Nähen? – Puh, eigentlich braucht dein Kind keine weiteren Klamotten mehr. Der Kleiderschrank quillt eh über.

Schließlich entscheidest du dich dafür, endlich mal wieder ein Fotobuch mit den neusten Schnappschüssen deines Nachwuchses zu erstellen. Immerhin etwas kreativer, als sich einfach berieseln zu lassen. Zwischendurch hängst du noch kurz die Wäsche auf und schon ist dein Kind wieder wach.

Der Nachmittag

Nun beginnt die Nachmittags-Bespaßung. Das sieht im Grunde genauso aus, wie am Vormittag. Irgendwie scheint das 15-Teile Puzzle deines Kindes auch nach dem hundertsten Mal nicht langweilig zu werden. Zumindest nicht für dein Kind…

Ihr baut außerdem eine Höhle, trinkt imaginären Kaffee aus der Kinderküche, geht im Kinder-Kaufladen einkaufen, lest nochmal ein paar Geschichten und dann verlangt dein Kind nach weiterer körperlicher Aktivität. Es muss überschüssige Energie loswerden.

Also rennt und hüpft es durchs Haus, schmeißt alle Sofakissen auf den Boden, hüpft auf besagtem Sofa herum und verwandelt euer geliebtes und wohliges Heim in Null-Komma-Nichts in ein Schlachtfeld, als hätten hier 100 Kinder für mindestens eine Woche gewütet. Dein Kind schafft das von Null auf 100 in unter fünf Minuten.

Der Abend

Es ist fünf Uhr Nachmittags. Dein Mann kommt in einer halben Stunde nach Hause, wenn er nicht wieder Überstunden machen muss, und erwartet ein ordentliches Heim, in dem er sich von seinem stressigen Tag erholen kann.

Du versuchst also dein Kind zu überzeugen, dass es doch mal aufräumen könnte.

Da Worte nicht helfen, fängst du an, deinem Kind mit gutem Beispiel voranzugehen. Immer natürlich mit der Intention, dass es ganz sicher gleich anfängt, dir das Aufräumen nachzumachen.

Du räumst aus, immer wieder mit einem Blick und einen Kommentar an dein Kind gerichtet, wie viel Spaß das Ganze macht, bis du am Ende alles aufgeräumt hast.

Eine Minute später kommt dein Mann zur Tür herein, pfläzt sich auf die Couch, legt die Füße hoch, stöhnt und erzählt dir, wie überaus anstrengend sein Tag war.

Als gute Ehefrau nickst du, redest ihm gut zu, munterst ihn auf, überzeugst ihn, dass er doch kurz das Kind bespaßen soll, damit es auch etwas von ihm hat und beginnst, das Abendessen zu machen.

Nach einem gemeinsamen Abendessen, das wiederum das Esszimmer in ein neues Schlachtfeld verwandelt, ist Bettzeit für dein Kind. Also wieder das gleiche Spiel, wie am Mittag: Umziehen, Zähne putzen, Geschichte vorlesen, Einschlafbegleitung, danach noch ca. 5 Mal wieder ins Kinderzimmer rennen, weil das Kind doch nicht schlafen will, weil es zu laut/zu leise/zu dunkel/zu hell/zu warm/zu kalt… ist und dann setzt du dich zu deinem Mann aufs Sofa, ihr lasst euch von irgendeinem TV-Programm berieseln, geht dann irgendwann ins Bett und morgen beginnt das ganze Spiel von vorne.

VON NUR-MAMA-MENSCHEN UND NICHT-NUR-MAMA-MENSCHEN

Wärst du eine gute Vollzeit-Mama? Oder würde es dich nicht erfüllen, nur Mama zu sein - ohne dein Business? In dieser Podcast-Episode nehme ich dich mit auf eine Was-wäre-wenn-Reise. Bist du dabei? Dann klicke jetzt auf das Bild #Mamanehmer #MompreneursDe #SelbstständigeMama #SelbstständigeMutter #MamaBusiness #MamaArbeitetSoweit so gut.

Vermutlich kommen dir viele oder fast alle Teile aus dieser Geschichte sehr bekannt vor. So anders, als dein Leben ist es vermutlich nicht, oder? Nur fehlt eben ein Teil in dieser Geschichte: Dein Business.

Es mag ja Menschen geben, denen so ein Leben gefällt. Die in ihrer Rolle als Mama so vollkommen aufgehen, dass sie nichts anderes brauchen, um glücklich zu sein.

Ich gehöre nicht zu dieser Sorte Mensch.

Und da du hier zuhörst, gehe ich mal davon aus, dass du auch nicht dazu gehörst.

Wenn du nur ein wenig so bist, wie ich, dann stellen sich dir bei dieser Vorstellung auch alle Nackenhaare auf oder du gähnst vor lauter Langeweile.

Denn lass uns einmal einen Blick ins Innere dieser Vollzeit-Mama werfen: Wenn sie ein klein wenig so ist, wie du und ich, dann wird sie sich nach mehr sehnen. Dann wird sie sich leer und ausgelaugt fühlen, gelangweilt und nicht erfüllt.

Denn was gibt ihr dieses Leben: Ja, ganz sicher ein gemütliches zu Hause. Ganz sicher auch ein glückliches Kind. Als Mama und Ehefrau fühlt sie sich sicher wohl.

Aber wie sieht es mit ihrer Rolle als Frau aus? Als weibliches Wesen?

Ist sie erfüllt von Hausarbeit und Mama-sein?

Oder fragt sie sich ständig, ob da nicht noch mehr auf sie wartet in dieser Welt. Hat sie nicht auch Wünsche und Träume, die weit über ihr aktuelles Leben hinausgehen? Wünscht sie sich nicht auch, etwas zu erreichen, was mehr ist als ein sauberes zu Hause und ein wohl gehütetes Kind?

Wann werden diese Dinge erfüllt? Wann tut sie mal etwas für sich?

Ich glaube, jede Frau, die nur im Entferntesten so ist, wie du und wie ich, wird auf kurz oder lang in dieser Rolle unfassbar unglücklich werden.

Und das hat am Ende nicht nur Einfluss auf ihr eigenes Leben, sondern auch auf das Leben ihrer Familie.

Wäre sie dann noch eine gute Mutter? Eine gute Ehefrau oder Lebenspartnerin?

Um ehrlich zu sein, ich denke nicht, denn nur eine glückliche Frau kann auch eine gute Mutter und eine gute Ehefrau oder Lebenspartnerin sein.

Und da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Die Intention dieses gesellschaftlichen Rollenbildes ist, dass wir eine gute Mutter und Partnerin sein sollen, aber was das Bild erschafft, ist in vielen Fällen, eine unglückliche Frau, die eben genau dieses Ziel nicht erfüllen kann, denn beides gehört eben zusammen.

WAS BEDEUTET DAS ALSO NUN FÜR DICH UND DEIN LEBEN?

Finde heraus, was DICH glücklich macht. Ich sage nicht, dass mein Lebenskonzept dich genauso glücklich macht, wie mich. Ich sage auch nicht, dass dich der vorher beschriebene Tagesablauf auf keinen Fall glücklich machen wird.

Jede von uns hat ihre eigene Vorstellung von einem perfekten und schönen Familienleben. Arbeite jeden einzelnen Tag daran, genau diese Vorstellung von DEINEM perfekten Leben in die Realität umzusetzen – EGAL, was Andere denken oder zu dir sagen. EGAL, welches Lebenskonzept Andere dir überstülpen wollen.

Was darf es also für dich sein? Verrate mir in den Kommentaren gerne mal, wie du dir deinen perfekten Familienalltag vorstellst. 

Und eine Sache noch: Du wirst es nie allen Recht machen können.

Brené Brown sagt in ihrem Buch, die Gaben der Unvollkommenheit*:

„What’s the greater risk? Letting go of what people think or letting go of how I feel, what I believe and who I am?“

– Was ist das größere Risiko? Das Loszulassen, was andere Menschen über mich denken oder das, was ich fühle, was ich glaube und was ich bin?

Dann doch lieber so leben, dass es dich selbst glücklich macht und darauf sch***, was andere denken, oder?

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Jana, ich verfolge seit Kurzem deinen Podcast und Insta-Account. Und bisher hat mir als Working Mom deine Art ausgesprochen gut gefallen. Die neue Folge lässt mich allerdings ratlos zurück. Es kommt mir vor, als würdest du das, was du von Herzen für dich als ‚Mamanehmerin‘ einforderst, nämlich den Respekt ggü. deinem Modell von Vereinbarkeit, den ‚Nur-Mamas‘ nicht zugestehen. In deiner Beschreibung klingt so ein Mama-Alltag sehr eintönig, wie etwas, dass eine Frau ja gar nicht gut und reich empfinden kann. Du relativierst später, und auch deine Intention, Frauen zu ermutigen, sich nicht in ein Leben zu ‚ergeben‘, das sie nicht erfüllt, kann ich nachvollziehen. Schade finde ich, dass dafür die ‚Nur-Mamas‘ von dir als negativer Lebensentwurf instrumentalisiert werden. Ich bin mir sicher, dass es auf dem Spielplatz auch um große Themen wie Liebe, Politik und mehr geht. Und dass es auch ganz wunderbar ist, mit einem Kleinkind die täglichen Routinen ganz bewusst zu leben. Und ja, die Vollzeit-Mamas haben auch mit erheblichen Vorurteilen zu kämpfen (machen sich ein schönes Leben, lassen den Mann das Geld verdienen, etc.). Freiheit bedeutet für mich, dass jede Entscheidung in Ordnung ist. Und da Vereinbarkeit in unserer Gesellschaft so kontrovers diskutiert wird, wäre es hilfreich, wenn insbesondere wir Frauen da sehr aufmerksam sind und uns in unserer freien Entscheidung unterstützen – auch, indem wir einen Entwurf nicht gegen einen anderen ausspielen.

    Antworten

    • Liebe Julia, vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich gebe zu, ich habe das etwas überspitzt dargestellt. Ich wollte damit aber auf gar keinen Fall transportieren, dass das Leben einer Vollzeit-Mama weniger wert ist. Ganz im Gegenteil. Ich bewundere Mütter, die das können, weil ich glaube, dass das für Kinder richtig schön ist, eine solche Mama zu haben. Ich sehe auch in dem Lebenskonzept sehr sehr viele positive Dinge und freue mich, wenn Mütter das aus ganzem Herzen tun können.

      Nur ich selbst bin eben nicht so. Mich erfüllt es nicht und da ich hier eben genau diese Mamas ansprechen möchte, war dies ein Versuch zu zeigen, was passieren würde, wenn sie sich den Vorurteilen beugen würden, die ihnen von vielen Teilen der Gesellschaft entgegen gebracht werden. Für mich wäre ein solches Leben, einer absolute Horrorvorstellung und ich weiß, dass es das auch für viele andere Mamanehmer so ist. Das soll nicht heißen, dass mein Lebenskonzept nicht auch für andere eine Horrorvorstellung ist. Was ich mir wünsche, ist einfach mehr Respekt, einander gegenüber und ich wollte mit diesem Beispiel einfach zeigen, was passiert, wenn wir uns dem beugen, was andere von uns erwarten: Wir landen in einem Leben, dass nicht zu uns passt, das uns nicht glücklich macht und am Ende auch keine gute Mutter aus uns macht. Das gilt für selbstständige Mütter, die plötzlich Vollzeit-Mama wären, aber auch andersherum, wenn Vollzeit-Mamas plötzlich in die Selbstständigkeit gezwungen würden.

      Ich hoffe, das macht es jetzt nochmal etwas klarer! 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.